Schlafen & Pflege

Pflegebett-Maße und Aufstellung: Platz richtig planen

Kurz gesagt: Ein Pflegebett hat meist eine Liegefläche von 90 × 200 cm und ein Außenmaß von rund 100 × 215 cm. Planen Sie auf der Pflegeseite mindestens 90 cm freie Fläche ein, besser 120 cm, und am Fußende einen Durchgang von 90 cm. Wird ein Rollstuhl oder Lifter genutzt, brauchen Sie 150 cm Wendefläche. Prüfen Sie vor der Lieferung Türbreite, Flurbreite und die Position von Steckdose und Heizung.

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Wenn ein Pflegebett ins Haus kommt, geht es fast nie schief, weil das Bett zu groß wäre. Es geht schief, weil rundherum kein Platz mehr ist. Der Schrank steht plötzlich fünfzehn Zentimeter zu nah, die Tür lässt sich nicht mehr ganz öffnen, und wer pflegt, steht mit dem Rücken an der Wand. Das führt zu Rückenschmerzen und zu unsicheren Transfers.

Warum die Maße über die Pflege entscheiden, nicht über die Optik

Ein normales Bett steht an der Wand. Ein Pflegebett muss von mindestens einer Längsseite frei zugänglich sein, oft von beiden. Alles, was am Bett passiert, passiert seitlich: Umlagern, Waschen, Anziehen, das Aufrichten zum Sitzen an der Bettkante. Wer das mit angewinkelten Armen über eine Kommode hinweg tun muss, arbeitet gegen den eigenen Rücken.

Dazu kommt die Höhenverstellung. Sie ist der eigentliche Grund, warum ein Pflegebett ein Pflegebett ist. Sie funktioniert aber nur, wenn nichts über dem Bett hängt und nichts direkt darunter steht. Ein Regalbrett an der Wand, eine tief hängende Lampe oder ein Wäschekorb unter dem Bettrahmen machen die teuerste Motorik nutzlos.

Betttisch, Nachttisch, Überbetttisch: die Typen im Überblick

Ein normaler Nachttisch ist zu niedrig, sobald das Bett auf Arbeitshöhe gefahren wird, und er lässt sich nicht heranziehen. Diese Übersicht sortiert die gängigen Lösungen.

Art Wofür Für wen Preisklasse
Betttisch mit C-Fuß Fährt mit dem Fuß unter den Bettrahmen, Platte schwenkt über die Liegefläche Standardfall bei Pflegebetten mit Bodenfreiheit Einstieg bis Mittelklasse
Betttisch mit neigbarer Platte Lesen, Tablet, Essen im aufgerichteten Sitzen Wer viel Zeit im Bett verbringt und noch selbst liest Mittelklasse
Überbetttisch, breitenverstellbar Steht mit zwei Füßen links und rechts, überspannt das Bett komplett Betten ohne Bodenfreiheit, sehr breite Betten Premium
Rollbarer Nachttisch Ablage in Griffweite, lässt sich zum Saubermachen wegschieben Wenn seitlich Platz ist und das Bett selten verfahren wird Einstieg
Nachttisch mit Schublade und Bremsen Medikamente, Brille, Fernbedienung verstauen Haushalte mit mehreren Helfern, die Ordnung brauchen Einstieg bis Mittelklasse

Die Standardmaße von Pflegebetten

Liegefläche und Außenmaß

Das mit Abstand häufigste Maß der Liegefläche ist 90 × 200 cm. Daneben gibt es 90 × 190 cm bei älteren Modellen und 100 × 200 cm als Komfortvariante. Für sehr große Menschen sind verlängerte Liegeflächen bis 210 oder 220 cm erhältlich, bei Schwerlastbetten kommen Breiten ab 120 cm dazu.

Entscheidend für Ihre Planung ist aber nicht die Liegefläche, sondern das Außenmaß. Rechnen Sie mit rund 100 bis 105 cm Breite und 210 bis 220 cm Länge. Der Unterschied entsteht durch den Rahmen, durch die Seitengitter und durch Kopf- und Fußteil, die je nach Modell noch einmal einige Zentimeter aufbauen. Wer nur die 90 × 200 cm im Kopf hat, steht am Ende mit einem Bett da, das nicht in die Nische passt.

Höhen, die Sie kennen müssen

Die Liegefläche eines Standard-Pflegebetts lässt sich typischerweise zwischen etwa 40 und 80 cm verstellen. Unten ist die Alltagshöhe zum Ein- und Aussteigen, oben die Arbeitshöhe für die Pflege. Faustregel: Die Liegefläche sollte etwa auf Höhe der Oberschenkelmitte der pflegenden Person stehen.

Niedrigpflegebetten fahren deutlich tiefer, teilweise bis auf 23 bis 30 cm, und sind für Menschen gedacht, die nachts aus dem Bett steigen und stürzen könnten. Ist Sturzgefahr das Hauptthema, lohnt der Blick auf die Alternativen zum Seitengitter im Beitrag zu Bettgitter und Rausfallschutz.

Wichtig für die Zubehörplanung ist die Bodenfreiheit unter dem Bettrahmen. Sie liegt je nach Modell bei etwa 12 bis 15 cm, bei Untergestell oder Radabdeckung darunter. Diese Zahl entscheidet, ob ein Betttisch mit C-Fuß überhaupt unter das Bett fährt.

Wie viel Platz brauchen Sie rundherum?

Die Pflegeseite

Auf der Seite, von der aus gepflegt wird, sollten mindestens 90 cm frei bleiben. Das ist das Minimum, bei dem eine Person seitlich am Bett arbeiten kann, ohne sich zu verdrehen. Angenehm wird es ab 120 cm, weil dann zwei Personen nebeneinander stehen können.

Die DIN 18040-2 für barrierefreies Wohnen nennt als Bewegungsfläche vor Möbeln 120 × 120 cm, bei Rollstuhlnutzung 150 × 150 cm. Die Norm gilt für Neubauten und ist für die eigene Wohnung nicht bindend, als Zielgröße aber brauchbar.

Die zweite Längsseite und das Fußende

Auf der zweiten Längsseite reichen 40 bis 60 cm, wenn dort nicht gepflegt wird. Sie brauchen den Streifen zum Beziehen und zum Saubermachen. Steht das Bett direkt an der Wand, kommen Sie an die Seitengitter dieser Seite nicht mehr heran.

Am Fußende sollten 90 cm Durchgang bleiben, bei Einsatz eines Lifters 150 cm, weil das Fahrgestell rangieren muss. Ob überhaupt ein Lifter nötig wird, klärt oft schon der Vergleich der Aufrichthilfen im Beitrag zu Bettgalgen und Aufrichtern am Pflegebett.

Kopfende und Wand

Das Kopfteil eines Pflegebetts fährt beim Aufrichten nach hinten aus. Lassen Sie deshalb 10 bis 15 cm Abstand zur Wand, sonst schiebt das Bett bei jeder Verstellung gegen die Wand oder die Fußleiste.

Der richtige Standort im Zimmer

Die Maße sagen, ob das Bett passt. Der Standort sagt, ob es sich gut lebt:

  • Blick zur Tür. Wer im Bett liegt und die Tür sehen kann, erschrickt seltener, wenn jemand hereinkommt. Bei Menschen mit Demenz ist das ein echter Unterschied.
  • Fenster in Sichtweite, aber nicht im Zug. Direkt unter dem Fenster wird es im Winter kalt und im Sommer heiß. Auch das Kopfende an der Heizung stört den Schlaf.
  • Steckdose in Reichweite. Verlängerungskabel quer durch den Raum sind die häufigste Stolperfalle nach dem Aufstellen.
  • Kein Teppichrand unter den Bettfüßen. Ein hochstehender Rand kippt den Betttisch und bringt beim Transfer den Fuß zum Stolpern. Weitere Gefahrenstellen zeigt die Übersicht zur Sturzprävention in der Wohnung.

Wohnzimmer oder Schlafzimmer? Das Wohnzimmer hat mehr Fläche und liegt näher an Küche und Bad, kostet aber den Rückzugsraum aller anderen. Läuft die Pflege über Monate, ist das Schlafzimmer meist ehrlicher.

Betttisch und Nachttisch passend zum Bett aussuchen

Ein Betttisch ist kein Hilfsmittel im engeren Sinn, sondern das Möbelstück, das darüber entscheidet, ob jemand im Bett selbstständig essen, lesen und beschäftigt bleiben kann. Zwei Maße müssen stimmen: die Höhenverstellung und die Bodenfreiheit unter dem Bettrahmen.

Wenn das Bett viel verfahren wird: großer Höhenbereich

Wird die Liegefläche regelmäßig zwischen niedriger Alltagshöhe und hoher Arbeitshöhe verstellt, sollte der Tisch diesen Bereich mitmachen. Ein Modell mit großem Verstellbereich wie dieser Betttisch mit Höhenverstellung von etwa 52 bis 92 Zentimetern und versteckten Rollen deckt beide Positionen ab. Die Platte misst rund 60 × 40 cm.

Fährt Ihr Bett eher im oberen Bereich, ist ein Tisch mit höherem Startpunkt sinnvoller. Der KMINA Betttisch mit einem Verstellbereich von etwa 70 bis 102 Zentimetern ist dafür gebaut. Die anpassbare Innenbreite von rund 54 bis 73 cm ist der eigentliche Vorteil: Sie stellen den Fuß auf den Bettrahmen ein, statt zu hoffen, dass er zufällig passt.

Zum Lesen und Essen: neigbare Platte

Wer viel im Bett sitzt, profitiert von einer schwenkbaren Tischplatte. Buch und Tablet rutschen nicht weg, der Nacken bleibt gerader. Ein höhenverstellbarer Betttisch mit neigbarer Tischplatte deckt beides ab, weil sich die Platte für die Mahlzeit wieder waagerecht stellen lässt. Achten Sie darauf, dass sie in der geneigten Stellung sicher einrastet.

Wenn nichts unter das Bett passt

Manche Pflegebetten haben ein geschlossenes Untergestell oder eine Radabdeckung. Dann fährt kein C-Fuß darunter, und Sie brauchen einen Tisch, der das Bett überspannt. Der maxVitalis Überbetttisch mit einer Breite von etwa 119 bis 190 Zentimetern steht mit zwei Füßen links und rechts neben dem Bett. Das ist die teuerste Lösung, aber bei geschlossenen Untergestellen die einzige. Messen Sie vorher die Außenbreite inklusive Seitengitter.

Wird der Tisch dagegen nur gelegentlich gebraucht, reicht oft ein leichter, tragbarer Überbetttisch auf Rollen aus dem Einstiegsbereich. Er ersetzt keinen stabilen Arbeitstisch, lässt sich aber ohne Kraftaufwand zur Seite fahren.

Der Nachttisch: schmal schlägt schön

Beim Nachttisch ist die Breite das Problem, nicht der Preis. Jeder Zentimeter geht von der Pflegeseite ab. Ein schmales Modell wie dieser rollbare Nachttisch mit rund 45 Zentimetern Breite und 38 Zentimetern Tiefe lässt sich zum Saubermachen wegschieben und blockiert wenig Fläche. Prüfen Sie, ob die Rollen feststellbar sind. Ein Nachttisch, der beim Abstützen wegrollt, ist eine Sturzquelle und keine Hilfe.

Und ehrlich gesagt: In vielen Zimmern ist der beste Nachttisch gar keiner. Wenn der Betttisch ohnehin am Bett steht, sparen Sie sich das zweite Möbelstück und gewinnen Bewegungsfläche. Die aktuellen Preise prüfen Sie am besten direkt bei Amazon, sie ändern sich häufig.

Was Kranken- und Pflegekasse übernehmen

Das Pflegebett selbst ist in aller Regel eine Kassenleistung. Bei medizinischer Notwendigkeit trägt es die Krankenkasse als Hilfsmittel nach Paragraf 33 SGB V. Liegt ein Pflegegrad vor und dient das Bett der Erleichterung der Pflege, kommt die Pflegekasse nach Paragraf 40 SGB XI infrage. Meist wird das Bett nicht gekauft, sondern leihweise überlassen und vom Sanitätshaus geliefert, aufgebaut und später wieder abgeholt. Die gesetzliche Zuzahlung beträgt zehn Prozent, höchstens zehn Euro je Hilfsmittel.

Wie der Antrag abläuft und was zu tun ist, wenn das Bett abgelehnt wird, steht im Beitrag Pflegebett beantragen. Ob sich ein eigener Kauf lohnt, wenn die Kasse nur ein Standardmodell stellt, zeigt der Kostenvergleich Pflegebett kaufen oder mieten.

Nicht übernommen wird das Zubehör aus diesem Beitrag: Betttisch, Nachttisch, zusätzliche Lampen. Das sind Möbel, keine Hilfsmittel, und sie stehen nicht im Hilfsmittelverzeichnis.

Anders sieht es aus, wenn für das Bett gebaut werden muss. Wird eine Tür verbreitert, eine Schwelle entfernt oder ein Zimmer im Erdgeschoss umgebaut, damit das Pflegebett überhaupt aufgestellt werden kann, greifen die wohnumfeldverbessernden Maßnahmen der Pflegekasse mit bis zu 4.180 Euro je Maßnahme. Welche Umbauten konkret dazugehören, zeigt die Übersicht mit 24 Maßnahmen. Wichtig: Der Antrag muss vor dem Umbau gestellt werden.

Prüfpunkte vor Lieferung und Kauf

Diese Liste gehen Sie am besten mit dem Zollstock durch, bevor das Bett kommt. Sie dauert zwanzig Minuten und erspart im Zweifel einen zweiten Liefertermin.

  • Türbreite messen. Lichte Durchgangsbreite, nicht das Türblatt. Unter 80 cm wird es eng, unter 70 cm muss der Lieferant vorher Bescheid wissen.
  • Weg ins Zimmer prüfen. Der rund zwei Meter lange Rahmen braucht Wendefläche. Enge Winkel, Treppenabsätze und Aufzugstiefe vorher durchgehen.
  • Stellfläche abkleben. Markieren Sie 105 × 220 cm mit Kreppband auf dem Boden. So sehen Sie sofort, welches Möbelstück weichen muss.
  • Bewegungsflächen einzeichnen. 90 cm auf der Pflegeseite, besser 120 cm. 90 cm am Fußende. 10 bis 15 cm zur Wand am Kopfende.
  • Bodenfreiheit klären. Fragen Sie beim Sanitätshaus nach, bevor Sie einen Betttisch bestellen.
  • Steckdosen zählen. Mindestens zwei in Bettnähe, ohne Kabel quer durch den Raum.
  • Boden ansehen. Hochflorteppich bremst Rollen und Lifter aus, lose Läufer kommen weg.
  • Deckenhöhe prüfen. Dachschrägen sind der Klassiker: mit aufgerichtetem Rückenteil wird es schnell knapp.

Und ein Spartipp: Kaufen Sie das Zubehör erst, wenn das Bett steht. Fast alle Fehlkäufe bei Betttischen entstehen, weil vorab geschätzt wurde.

Häufige Fragen

Welche Maße hat ein Standard-Pflegebett?

Die Liegefläche misst in den meisten Fällen 90 × 200 cm. Das Außenmaß liegt inklusive Rahmen und Seitengittern bei etwa 100 bis 105 cm Breite und 210 bis 220 cm Länge. Es gibt Varianten mit 100 cm Liegeflächenbreite sowie verlängerte Ausführungen bis 220 cm für große Menschen.

Wie viel Platz muss neben einem Pflegebett frei bleiben?

Auf der Pflegeseite mindestens 90 cm, besser 120 cm, damit zwei Personen nebeneinander arbeiten können. Auf der gegenüberliegenden Seite genügen 40 bis 60 cm zum Beziehen und Reinigen. Am Fußende sollten 90 cm Durchgang bleiben, bei Nutzung eines Lifters 150 cm.

Wie hoch lässt sich ein Pflegebett verstellen?

Standardmodelle fahren die Liegefläche typischerweise von etwa 40 bis 80 cm. Niedrigpflegebetten gehen deutlich tiefer, teilweise bis auf 23 bis 30 cm, und sind für sturzgefährdete Menschen gedacht. Die richtige Arbeitshöhe für die Pflege liegt ungefähr auf Höhe der Oberschenkelmitte der pflegenden Person.

Passt ein Pflegebett durch eine normale Zimmertür?

Ja, denn Pflegebetten werden zerlegt geliefert und erst im Zimmer montiert. Kritisch sind nicht die Türen, sondern enge Flure, Treppenabsätze und Aufzüge, in denen der rund zwei Meter lange Liegeflächenrahmen nicht um die Kurve kommt. Messen Sie den Weg vorher aus und melden Sie Engstellen beim Sanitätshaus an.

Kann ein Pflegebett an die Wand gestellt werden?

Es sollte nicht mit einer Längsseite direkt an der Wand stehen, weil sonst das Beziehen und die Pflege von dieser Seite unmöglich werden. Am Kopfende sind 10 bis 15 cm Wandabstand nötig, weil das Rückenteil beim Aufrichten nach hinten ausschlägt.

Zahlt die Kasse den Betttisch zum Pflegebett?

In der Regel nicht. Das Pflegebett selbst ist als Hilfsmittel über Kranken- oder Pflegekasse abgedeckt, Betttisch und Nachttisch gelten dagegen als Möbel und stehen nicht im Hilfsmittelverzeichnis. Baumaßnahmen, die für die Aufstellung nötig sind, können dagegen über die wohnumfeldverbessernden Maßnahmen mit bis zu 4.180 Euro bezuschusst werden.

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