{"id":104,"date":"2026-09-04T09:24:27","date_gmt":"2026-09-04T09:24:27","guid":{"rendered":"https:\/\/alltagshilfen-senioren.de\/info\/hilfsmittel-auf-rezept\/"},"modified":"2026-09-04T09:24:27","modified_gmt":"2026-09-04T09:24:27","slug":"hilfsmittel-auf-rezept","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alltagshilfen-senioren.de\/info\/hilfsmittel-auf-rezept\/","title":{"rendered":"Hilfsmittel auf Rezept: So l\u00e4uft die Beantragung"},"content":{"rendered":"<div class=\"antwortbox\">\n<p><strong>Kurz gesagt:<\/strong> Hilfsmittel auf Rezept bekommen Sie in drei Schritten: Der Arzt stellt eine Verordnung mit Diagnose und Hilfsmittelnummer aus, ein Vertragspartner Ihrer Krankenkasse reicht diese zur Genehmigung ein, danach wird geliefert. Die Kasse muss innerhalb von drei Wochen entscheiden, mit Gutachten innerhalb von f\u00fcnf. Sie zahlen zehn Prozent zu, mindestens f\u00fcnf und h\u00f6chstens zehn Euro. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch laufen getrennt davon \u00fcber die Pflegekasse und brauchen kein Rezept.<\/p>\n<\/div>\n<p>Zwischen dem Satz &bdquo;Das zahlt die Kasse&ldquo; und dem Hilfsmittel, das tats\u00e4chlich in der Wohnung steht, bleibt mancher Antrag h\u00e4ngen. Meist nicht, weil der Anspruch fehlt, sondern weil eine Formalie nicht stimmt: eine Verordnung ohne Diagnose, ein Sanit\u00e4tshaus ohne Kassenvertrag, ein Antrag beim falschen Tr\u00e4ger. Dieser Ratgeber zeigt den Ablauf und die Stellen, an denen Sie eingreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><!-- BILD: Ausgef\u00fclltes Hilfsmittelrezept (Muster 16) auf einem Tisch, daneben Krankenversicherungskarte --><\/p>\n<h2>Warum so viele Antr\u00e4ge unn\u00f6tig scheitern<\/h2>\n<p>Der h\u00e4ufigste Ablehnungsgrund ist kein inhaltlicher Streit, sondern eine unvollst\u00e4ndige Verordnung. Viele Praxen schreiben nur &bdquo;Rollator&ldquo; auf das Rezept. Die Kasse braucht aber drei Angaben: Diagnose, Begr\u00fcndung und m\u00f6glichst die Hilfsmittelnummer. Fehlt eine davon, geht das Rezept zur\u00fcck in die Praxis, und Sie verlieren zwei bis drei Wochen.<\/p>\n<p>Der zweite Stolperstein ist die Verwechslung der Kassen. Krankenkasse und Pflegekasse tragen fast denselben Namen, sind aber getrennte T\u00f6pfe mit eigenen Regeln und Fristen. F\u00fcr Pflegehilfsmittel zum Verbrauch brauchen Sie gar kein Rezept &ndash; der Weg zum Arzt ist hier ein unn\u00f6tiger Umweg.<\/p>\n<p>Der dritte Punkt ist die Reihenfolge: erst Verordnung, dann Genehmigung, dann Versorgung. Wer vorher selbst kauft, verliert den Erstattungsanspruch in aller Regel vollst\u00e4ndig.<\/p>\n<h2>Welcher Topf zahlt was<\/h2>\n<p>Bevor Sie etwas ausf\u00fcllen, sollten Sie wissen, in welche der vier Kategorien Ihr Bedarf f\u00e4llt. Danach richten sich Antragsweg, Formular, Frist und Eigenanteil.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-table\">\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Art<\/th>\n<th>Wof\u00fcr<\/th>\n<th>F\u00fcr wen<\/th>\n<th>Eigenanteil<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hilfsmittel der Krankenkasse (&sect; 33 SGB V)<\/td>\n<td>Gleicht eine Behinderung aus oder sichert den Behandlungserfolg: Rollator, Gehstock, Rollstuhl, H\u00f6rger\u00e4t<\/td>\n<td>Alle gesetzlich Versicherten mit \u00e4rztlicher Verordnung, ohne Pflegegrad<\/td>\n<td>Zehn Prozent, mindestens f\u00fcnf, h\u00f6chstens zehn Euro je Hilfsmittel<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Technische Pflegehilfsmittel (&sect; 40 Abs. 1 SGB XI)<\/td>\n<td>Erleichtert die Pflege: Pflegebett, Hausnotruf, Lagerungshilfen, waschbare Bettschutzeinlagen<\/td>\n<td>Ab anerkanntem Pflegegrad, h\u00e4usliche Pflege<\/td>\n<td>Zehn Prozent, h\u00f6chstens 25 Euro; als Leihgabe oft ohne Eigenanteil<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (&sect; 40 Abs. 2 SGB XI)<\/td>\n<td>Einmalprodukte: Handschuhe, Desinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen, Mundschutz, Sch\u00fcrzen<\/td>\n<td>Ab Pflegegrad 1, Pflege zu Hause &ndash; auch durch Angeh\u00f6rige<\/td>\n<td>Nichts bis zum Monatswert von 42 Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wohnumfeldverbessernde Ma\u00dfnahmen (&sect; 40 Abs. 4 SGB XI)<\/td>\n<td>Baulicher Umbau: bodengleiche Dusche, T\u00fcrverbreiterung, Rampe, verschraubte Haltegriffe<\/td>\n<td>Ab Pflegegrad 1, Antrag vor Baubeginn<\/td>\n<td>Zuschuss bis 4.180 Euro je Ma\u00dfnahme<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/figure>\n<p>Die Grenze verl\u00e4uft entlang der Frage, wozu das Hilfsmittel dient: Gleicht es eine k\u00f6rperliche Einschr\u00e4nkung aus, ist die Krankenkasse zust\u00e4ndig, erleichtert es die Pflege, die Pflegekasse. Bei Produkten wie dem Pflegebett kommen beide infrage &ndash; kein Problem, Sie stellen den Antrag bei einer Kasse, die Zust\u00e4ndigkeit wird intern gekl\u00e4rt. Die Wege dorthin stehen im Beitrag zum <a href=\"https:\/\/alltagshilfen-senioren.de\/info\/pflegebett-beantragen\/\">Pflegebett beantragen<\/a>.<\/p>\n<h2>Schritt f\u00fcr Schritt: So l\u00e4uft der Antrag \u00fcber die Krankenkasse<\/h2>\n<h3>Schritt 1: Die Verordnung beim Arzt<\/h3>\n<p>Hilfsmittel werden auf dem gewohnten Kassenrezept verordnet. Bitten Sie die Praxis um drei Erg\u00e4nzungen: Diagnose im Klartext, kurze Begr\u00fcndung der Notwendigkeit und die Hilfsmittelnummer aus dem Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands. Je konkreter die Begr\u00fcndung, desto weniger R\u00fcckfragen. &bdquo;Gangunsicherheit nach Sturz, Gehhilfe zur Mobilit\u00e4tssicherung erforderlich&ldquo; ist eine Begr\u00fcndung. &bdquo;Rollator&ldquo; ist keine.<\/p>\n<p>Auf dem Rezept sollte keine Produktmarke stehen, sondern die Produktart. Ein Markenname engt die Auswahl ein und f\u00fchrt gelegentlich zur Ablehnung. Besser: Produktart verordnen lassen, die Auswahl im Sanit\u00e4tshaus treffen.<\/p>\n<h3>Schritt 2: Das Sanit\u00e4tshaus oder der Versorger<\/h3>\n<p>Mit dem Rezept gehen Sie nicht zur Kasse, sondern zu einem Sanit\u00e4tshaus, einer Apotheke oder einem Homecare-Versorger. Fragen Sie ausdr\u00fccklich: &bdquo;Haben Sie einen Versorgungsvertrag mit meiner Kasse?&ldquo; Hat der Anbieter keinen, d\u00fcrfen Sie ihn zwar w\u00e4hlen, tragen aber m\u00f6glicherweise Mehrkosten. Die Liste der Vertragspartner gibt Ihnen Ihre Kasse.<\/p>\n<p>Der Versorger reicht die Verordnung ein und \u00fcbernimmt den Papierkram. Bei Standardhilfsmitteln wie Gehhilfen l\u00e4uft das oft ohne gesonderte Genehmigung, Sie bekommen das Ger\u00e4t sofort mit. Bei teureren Produkten wird die Genehmigung abgewartet.<\/p>\n<p><!-- BILD: Beratungssituation im Sanit\u00e4tshaus, Mitarbeiterin erkl\u00e4rt einer \u00e4lteren Kundin ein Hilfsmittel --><\/p>\n<h3>Schritt 3: Die Pr\u00fcfung durch die Kasse<\/h3>\n<p>Jetzt l\u00e4uft die Frist. Die Krankenkasse muss innerhalb von drei Wochen entscheiden, bei Einschaltung des Medizinischen Dienstes innerhalb von f\u00fcnf &ndash; \u00fcber die Einschaltung muss sie Sie informieren. Verstreicht die Frist, gilt der Antrag nach dem Gesetz als genehmigt. Diese Genehmigungsfiktion ist ein starkes Argument, die Rechtsprechung hat ihre Reichweite aber eingeschr\u00e4nkt. Lassen Sie sich beraten, bevor Sie auf eigene Rechnung kaufen.<\/p>\n<h3>Schritt 4: Lieferung, Einweisung und Wartung<\/h3>\n<p>Bestehen Sie bei der Lieferung auf einer Einweisung, gerade bei allem, was elektrisch betrieben wird oder K\u00f6rpergewicht tr\u00e4gt &ndash; sie geh\u00f6rt zur Versorgung und wird mitbezahlt. Kl\u00e4ren Sie gleich, wer bei einem Defekt zust\u00e4ndig ist. Viele Hilfsmittel bleiben als Leihgabe Eigentum der Kasse: Reparatur und Wartung gehen dann zu ihren Lasten, daf\u00fcr geben Sie das Ger\u00e4t sp\u00e4ter zur\u00fcck.<\/p>\n<h2>Der zweite Weg: Pflegehilfsmittel \u00fcber die Pflegekasse<\/h2>\n<h3>Verbrauchsprodukte ohne Rezept<\/h3>\n<p>Hier brauchen Sie weder Arzt noch Sanit\u00e4tshaus. Voraussetzung sind ein Pflegegrad ab Stufe 1 und h\u00e4usliche Pflege, auch wenn ausschlie\u00dflich Angeh\u00f6rige pflegen. Die Pflegekasse \u00fcbernimmt Produkte im Wert von bis zu 42 Euro pro Monat &ndash; als Sachleistung, nicht als Auszahlung: Sie bekommen Ware, kein Geld.<\/p>\n<p>Es gibt zwei Wege: Entweder Sie beziehen die Produkte \u00fcber einen Anbieter, der direkt mit der Pflegekasse abrechnet &ndash; einmal Formular ausf\u00fcllen, danach kommt monatlich ein Paket. Oder Sie kaufen selbst und reichen Belege ein, was mehr Auswahl bringt, aber Disziplin bei den Quittungen und die Zustimmung der Kasse verlangt. Welche Produkte unter die Pauschale fallen, steht in unserer <a href=\"https:\/\/alltagshilfen-senioren.de\/info\/pflegehilfsmittel-liste\/\">Pflegehilfsmittel-Liste<\/a>.<\/p>\n<h3>Technische Pflegehilfsmittel<\/h3>\n<p>F\u00fcr technische Pflegehilfsmittel wie Pflegebett, Lagerungshilfen oder Hausnotruf gen\u00fcgt ein formloser Antrag. Nutzen Sie vor allem die Empfehlung des Gutachters: Wurde bei der Begutachtung ein Hilfsmittel empfohlen, gilt das als Antrag. Pr\u00fcfen Sie das Gutachten deshalb genau und fordern Sie es an, wenn es nicht mitgeschickt wurde. Wie es beim Notrufsystem l\u00e4uft, lesen Sie bei den <a href=\"https:\/\/alltagshilfen-senioren.de\/info\/hausnotruf-kosten\/\">Hausnotruf-Kosten<\/a>.<\/p>\n<h3>Umbauten am Wohnumfeld<\/h3>\n<p>Bauliche Ver\u00e4nderungen laufen \u00fcber einen dritten Weg. Entscheidend ist, dass der Antrag bewilligt ist, bevor der erste Handwerker anr\u00fcckt &ndash; wer zuerst baut, bekommt in aller Regel nichts. Details stehen im Ratgeber zu <a href=\"https:\/\/alltagshilfen-senioren.de\/info\/wohnumfeldverbessernde-massnahmen-zuschuss\/\">wohnumfeldverbessernden Ma\u00dfnahmen<\/a>.<\/p>\n<p><!-- BILD: \u00c4lteres Paar sitzt am K\u00fcchentisch und f\u00fcllt gemeinsam ein Antragsformular der Pflegekasse aus --><\/p>\n<h2>Was Sie selbst zahlen: Zuzahlung und Aufzahlung<\/h2>\n<h3>Die gesetzliche Zuzahlung<\/h3>\n<p>Bei Hilfsmitteln der Krankenkasse zahlen Vollj\u00e4hrige zehn Prozent des Abgabepreises selbst, mindestens f\u00fcnf und h\u00f6chstens zehn Euro pro Hilfsmittel. Bei Produkten zum Verbrauch gilt: zehn Prozent je Packung, h\u00f6chstens zehn Euro f\u00fcr den Monatsbedarf. Unter 18-J\u00e4hrige sind befreit.<\/p>\n<h3>Aufzahlung ist etwas anderes<\/h3>\n<p>Diese Unterscheidung wird im Sanit\u00e4tshaus nicht immer deutlich gemacht. Die Zuzahlung ist gesetzlich vorgeschrieben und unvermeidbar. Eine Aufzahlung entsteht nur, wenn Sie ein Modell \u00fcber dem medizinisch Notwendigen w\u00e4hlen: leichteres Material, Zusatzfunktion, schickere Ausf\u00fchrung. Diese Differenz zahlen Sie dauerhaft selbst.<\/p>\n<p>Sie haben immer Anspruch auf eine aufzahlungsfreie Versorgung. Fragen Sie ausdr\u00fccklich: &bdquo;Welches Modell bekomme ich ohne Aufzahlung?&ldquo; Probieren Sie es aus, bevor Sie \u00fcber ein teureres nachdenken. Oft ist die Standardversorgung ausreichend, und der Aufpreis kauft Bequemlichkeit, keine Sicherheit. Beim Rollator lohnt er sich vor allem, wenn das Ger\u00e4t t\u00e4glich gehoben wird &ndash; sonst nicht. Mehr dazu im Beitrag <a href=\"https:\/\/alltagshilfen-senioren.de\/info\/rollator-krankenkasse\/\">Rollator auf Rezept<\/a>.<\/p>\n<h3>Befreiung von der Zuzahlung<\/h3>\n<p>Alle Zuzahlungen zusammen &ndash; f\u00fcr Medikamente, Heil- und Hilfsmittel, Krankenhaus und Fahrkosten &ndash; sind auf zwei Prozent des j\u00e4hrlichen Bruttoeinkommens der Familie gedeckelt. Bei chronisch Kranken in Dauerbehandlung liegt die Grenze bei einem Prozent. Ist sie erreicht, stellt die Kasse eine Befreiung f\u00fcr den Rest des Kalenderjahres aus.<\/p>\n<p>Sammeln Sie deshalb ab Januar jede Quittung in einem Umschlag. Bei absehbar hohen Kosten erlauben manche Kassen die Vorauszahlung des Jahresbetrags im Januar &ndash; danach sind Sie ganzj\u00e4hrig befreit und sparen sich die Sammelei.<\/p>\n<h2>Fristen, die Ihnen helfen<\/h2>\n<p>Bei der Krankenkasse gilt die Drei-Wochen-Frist, mit Gutachten f\u00fcnf Wochen. Kann die Kasse sie nicht halten, muss sie das schriftlich begr\u00fcnden. Wichtiges Detail: Die Frist beginnt mit dem Eingang bei der Kasse, nicht mit dem Rezeptdatum. Fragen Sie im Sanit\u00e4tshaus nach, wann eingereicht wurde.<\/p>\n<p>Bei der Pflegekasse gilt: Wird \u00fcber einen Antrag auf Pflegeleistungen nicht innerhalb von 25 Arbeitstagen entschieden, muss sie f\u00fcr jede angefangene weitere Woche 70 Euro zahlen. Das greift nicht bei jedem Hilfsmittelantrag, und die Genehmigungsfiktion der Krankenversicherung gilt in der Pflegeversicherung nicht &ndash; das ist gerichtlich gekl\u00e4rt.<\/p>\n<h2>Diese Punkte pr\u00fcfen Sie vor dem Antrag<\/h2>\n<p>Diese Liste verhindert die meisten Verz\u00f6gerungen. Gehen Sie sie durch, bevor Sie das Rezept einreichen.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Steht eine Diagnose auf dem Rezept?<\/strong> Ohne Diagnose kommt es zur\u00fcck. Pr\u00fcfen Sie das in der Praxis, nicht erst zu Hause.<\/li>\n<li><strong>Ist die Begr\u00fcndung konkret?<\/strong> Sie beschreibt, was die Person nicht mehr kann und was das Hilfsmittel daran \u00e4ndert.<\/li>\n<li><strong>Ist die Hilfsmittelnummer angegeben?<\/strong> Nicht zwingend, beschleunigt die Bearbeitung aber deutlich.<\/li>\n<li><strong>Hat der Versorger einen Kassenvertrag?<\/strong> Diese Frage erspart Ihnen im Zweifel Mehrkosten.<\/li>\n<li><strong>Ist die Zust\u00e4ndigkeit gekl\u00e4rt?<\/strong> Krankenkasse bei medizinischer Notwendigkeit, Pflegekasse bei Pflegeerleichterung.<\/li>\n<li><strong>Wurde noch nichts gekauft?<\/strong> Selbstbeschaffung vor der Genehmigung kostet fast immer den Anspruch.<\/li>\n<li><strong>Wurde ein aufzahlungsfreies Modell angeboten?<\/strong> Sie haben Anspruch darauf, es zumindest zu sehen.<\/li>\n<li><strong>Liegt das Gutachten vor?<\/strong> Darin stehen oft Empfehlungen, die als Antrag gelten.<\/li>\n<li><strong>Passt das Hilfsmittel in die Wohnung?<\/strong> Messen Sie T\u00fcrbreiten und Platz vorher aus.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und die teuerste L\u00f6sung ist nicht die beste. Ger\u00e4te mit vielen Funktionen wirken im Prospekt \u00fcberzeugend, werden im Alltag aber oft nicht genutzt, weil die Bedienung zu kompliziert ist. Ein einfaches Hilfsmittel, das t\u00e4glich benutzt wird, bringt mehr als eines im Keller.<\/p>\n<p><!-- BILD: Checkliste mit abgehakten Punkten neben einem Kugelschreiber und einem Krankenkassenbrief --><\/p>\n<h2>Wenn die Kasse ablehnt<\/h2>\n<p>Eine Ablehnung ist kein Endpunkt. Sie haben einen Monat ab Zugang des Bescheids Zeit f\u00fcr einen schriftlichen Widerspruch. Der kann zun\u00e4chst formlos sein: ein Satz, dass Sie gegen den Bescheid vom Datum X Widerspruch einlegen und die Begr\u00fcndung nachreichen. Damit ist die Frist gewahrt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Begr\u00fcndung brauchen Sie zwei Dinge: Akteneinsicht in das Gutachten, auf das sich die Ablehnung st\u00fctzt &ndash; h\u00e4ufig steht dort ein Satz, der eine Einschr\u00e4nkung nicht erfasst &ndash; und eine erg\u00e4nzende \u00e4rztliche Stellungnahme, die genau diesem Punkt widerspricht. Das hat eine deutlich bessere Erfolgsquote als ein Widerspruch, der nur Unmut ausdr\u00fcckt. Unterst\u00fctzung bekommen Sie bei Sozialverb\u00e4nden und Pflegest\u00fctzpunkten, die es in fast jedem Landkreis gibt.<\/p>\n<h2>H\u00e4ufige Fragen<\/h2>\n<h3>Brauche ich f\u00fcr jedes Hilfsmittel ein Rezept?<\/h3>\n<p>Nein. F\u00fcr Hilfsmittel der Krankenkasse ist eine \u00e4rztliche Verordnung n\u00f6tig. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch wie Einmalhandschuhe oder Desinfektionsmittel bekommen Sie ohne Rezept \u00fcber die Pflegekasse, daf\u00fcr gen\u00fcgen ein Pflegegrad ab Stufe 1 und ein Antrag. F\u00fcr technische Pflegehilfsmittel reicht ein formloser Antrag, ein Rezept beschleunigt die Sache aber.<\/p>\n<h3>Wie lange darf die Krankenkasse f\u00fcr die Entscheidung brauchen?<\/h3>\n<p>Drei Wochen ab Antragseingang, bei einem Gutachten des Medizinischen Dienstes f\u00fcnf Wochen. \u00dcber die Einschaltung des Medizinischen Dienstes muss die Kasse Sie informieren. Verstreicht die Frist ohne Entscheidung und ohne Begr\u00fcndung, gilt der Antrag nach dem Gesetz als genehmigt. Lassen Sie sich beraten, bevor Sie sich darauf berufen: Die Gerichte haben die Folgen dieser Regelung eingegrenzt.<\/p>\n<h3>Was ist der Unterschied zwischen Zuzahlung und Aufzahlung?<\/h3>\n<p>Die Zuzahlung ist der gesetzliche Eigenanteil: zehn Prozent des Abgabepreises, mindestens f\u00fcnf und h\u00f6chstens zehn Euro je Hilfsmittel. Sie f\u00e4llt immer an, au\u00dfer Sie sind befreit. Die Aufzahlung entsteht zus\u00e4tzlich, wenn Sie ein Modell \u00fcber der Standardversorgung w\u00e4hlen. Sie ist freiwillig, verlangen Sie deshalb immer ein Modell ohne Aufzahlung zum Vergleich.<\/p>\n<h3>Kann ich mir das Hilfsmittel selbst kaufen und die Kosten erstatten lassen?<\/h3>\n<p>In aller Regel nicht. Die gesetzliche Krankenversicherung ist ein Sachleistungssystem: Die Kasse stellt das Hilfsmittel zur Verf\u00fcgung, sie erstattet keine Eink\u00e4ufe. Wer vor der Genehmigung kauft, bleibt fast immer auf den Kosten sitzen. Ausnahmen gibt es nur in engen F\u00e4llen, etwa bei einer zu Unrecht abgelehnten Leistung.<\/p>\n<h3>Wer bezahlt die Reparatur, wenn etwas kaputtgeht?<\/h3>\n<p>Bei leihweise \u00fcberlassenen Hilfsmitteln tr\u00e4gt die Kasse Wartung und Reparatur, denn das Ger\u00e4t bleibt ihr Eigentum. Melden Sie einen Defekt beim Versorger, nicht beim Hersteller. Ist das Hilfsmittel in Ihr Eigentum \u00fcbergegangen, zahlen Sie Reparaturen nach Ablauf der Gew\u00e4hrleistung selbst. Fragen Sie bei der \u00dcbergabe nach, welcher Fall vorliegt.<\/p>\n<h3>Muss ich das Hilfsmittel zur\u00fcckgeben, wenn es nicht mehr gebraucht wird?<\/h3>\n<p>Ja, wenn es leihweise \u00fcberlassen wurde. Melden Sie sich beim Versorger, der die Abholung organisiert. Behalten Sie ein Leihger\u00e4t ohne Absprache, kann die Kasse ein Nutzungsentgelt verlangen. Bei Verbrauchsprodukten stellt sich die Frage nicht, dort l\u00e4sst sich die monatliche Zusammenstellung jederzeit anpassen.<\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"https:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"FAQPage\",\n  \"mainEntity\": [\n    {\n      \"@type\": \"Question\",\n      \"name\": \"Brauche ich f\u00fcr jedes Hilfsmittel ein Rezept?\",\n      \"acceptedAnswer\": {\n        \"@type\": \"Answer\",\n        \"text\": \"Nein. F\u00fcr Hilfsmittel der Krankenkasse ist eine \u00e4rztliche Verordnung n\u00f6tig. 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